, Monika Haug

Besuch im Landgraben

Das Abwassersystem von Karlsruhe wurde 1588 als zunächst offener Landgraben angelegt.

Mitglieder der Bürgergemeinschaft Untermühl- und Dornwaldsiedlung informierten sich über das Karlsruher Abwasser System, das bereits 1588 unter Markgraf Ernst Friedrich vom Schloss Gottesaue bis Mühlburg als offener Landgraben gebaut wurde.

1715 durchfloss der Landgraben als einziges Gewässer das entstehende Stadtgebiet von Osten nach Westen. 1768 wurde Durlach über den Steinkanal und zur Hochwasserentlastung der Pfinz angeschlossen.

1877 wurde ein Gewölbe über den Graben gebaut, der den Gestank wesentlich minimierte und es gab 14 km Straßenkanäle, sog. „Dohlen“, die das Straßenwasser auf kürzestem Weg zum Landgraben abführten.(Zitate aus: Die Stadtentwässerung in Karlsruhe. Stadt Karlsruhe 2010, 6. Auflage).

Bereits 1908 wurde der Standort der Karlsruher Kläranlage im Westen der Stadt in der Nähe des Rheins festgelegt und ab 1913 begann dort die Abwasserklärung.

Nicht ganz zufällig hatte die Bürgergemeinschaft einen Besuch im Landgraben am Lameyplatz organisiert, der gute Nachfrage fand. Am 9. Juli trafen sich die 18 Interessierten am Lameyplatz, dem einzigen Zugang öffentlich, um mit Wolfgang Kappler vom Tiefbauamt einen Blick in den Landgraben zu werfen. Zunächst gab es interessante Ausführungen zum Verlauf des Landgrabens in der Stadt und, dass z.B. Wasser der Pfinz in den Landgraben geleitet wird.

Auf dem Stadtplan konnte man den Verlauf nachverfolgen und es gab Bilder, wie es aussah, als der Landgraben gebaut wurde.  Ein kleiner Film erläuterte wie die Fließrinne des Landgrabens gesäubert wird und Reparaturen vorgenommen werden. Für die laufende Instandhaltung ist ein großes Team des Tiefbauamts zuständig.

Bei uns in der Dornwaldsiedlung liegt der Landgraben knapp unter der Decke der Fahrbahn der Straße in die Dornwaldsiedlung vom dm Platz und wird in der Böschung geführt. Eine Frage galt auch den Stauraumkanälen in der Mastweide, die derzeit bei Hochwasser verhindern sollen, dass gerade die Dornwaldsiedlung absäuft. Beunruhigend ist der Gedanke, dass diese Kanäle ihre Funktion verlieren könnten, wenn durch die Mastweide die Bahntrasse R4 gebaut wird, denn sie liegen ja dahinter. Ein weiterer beklemmender Unsicherheitsfaktor ist auch der Vorschlag der DB, den Landgraben in Höhe der Mastweide zu dükern. Würde dann die Dornwaldsiedlung bei Starkregenereignissen überflutet werden mit Abwasser?

Obwohl es warm war, wurden die Gerüche im Untergrund nicht belastend empfunden und vor allem Wolfgang Kappler wurde für sein Engagement gedankt.

Fotos: Robin Cordier